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Standorteffekt und Mikrozonierung Drucken
 

shema_effet-siteDie Erdbeben von Mexiko (1985) und von Kobé (1995) haben insbesondere die verstärkte Zerstörungswirkung bei Bauten auf instabilem Grund gezeigt. Man nennt dies gemeinhin Standorteffekt. Die Alpentäler zu denen auch das Rhonetal zählt (Profile) - sind mit Flussablagerungen aufgeschüttet, die auf einem mehr oder minder verengten "V"-förmigen felsigen Substrat liegen. Je grösser das Verhältnis Tiefe-Breite des "V"s ist, desto eher wird sich die Welle in der Struktur verfangen und auf diese Weise die Dauer des Erdstosses verlängern.  Dieser durch die Form des Tals bedingte Standorteffekt überlagert sich mit dem Effekt des « lockeren Bodens » und ist sogar manchmal stärker, wie die elastischen Dimensionierungsspektren der Region von Brig-Visp (Bsp. Sektor Gamsen der Mikrozonierung von Brig) zeigen.

 

Nachbildung des Standorteffekts des Erdbebens von Siders (1946) und insbesondere des Einfangens der Erdbebenwellen in den Flussablagerungen des Tals,  wie das Ende der Animation zeigt.

 

Beim Erdbeben von 1946 war es wegen der noch rein landwirtschaftlichen Nutzung der Rhoneebene leider nicht möglich, die Auswirkung des Standorteffekts auf Bauwerke zu beurteilen. Auf einigen Fotos von damals lässt sich jedoch nachweisen, dass an manchen Stellen (Foto) tatsächlich eine Verflüssigung aufgetreten ist. Der Bauboom der fünfziger bis siebziger Jahre hat die Rhoneebene zum Wirtschafts- und Erholungszentrum des Wallis gemacht. In diesem Zusammenhang ist die Berücksichtigung des Standorteffekts im Wallis von grundlegender Bedeutung (Der Standorteffekt im Wallis, Poster Pdf, 1519 ko).

  champsec_1930

 pl_rhone_2005

Ansichten der Rhoneebene in Sitten zwischen 1930 und 2005 

 

 

Aktualisierung: 05.07.08